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Himitsu – Top Secret

März 10, 2012

Dieser Manga von Reiko Shimizu umfasst bis jetzt zehn Bände und wird fortgesetzt. Er wurde auch als Anime-Serie mit 26 Folgen adaptiert. Die ersten vier Bände wurden von DragonVoice übersetzt.

Der Mystery-Manga spielt etwa 50 Jahre in der Zukunft. Es wird darin eine neue Ermittlungsmethode eingesetzt, bei der die Erinnerungen von Toten über ihre Gehirne eingesehen werden. Damit sollen Morde untersucht werden, deren Aufklärung mit gewöhnlichen Mitteln nicht möglich ist. Allerdings wird durch die umfassende Einsicht in die Erinnerungen der Untersuchten massiv in ihre und die Privatsphäre der Angehörigen eingegriffen.

Das erste Kapitel bildet einen Prolog und stellt den ersten Fall vor, bei dem MRI (Memory Reproduction Imaging) als Ermittlungsmethode eingesetzt wird. Dabei geht es um die Ermordung des Präsidenten der USA im Jahre 2055.

Im Mittelpunkt der restlichen Geschichte steht eine japanische Polizeiabteilung, die diese Methode anwendet. Geleitet wird sie vom jugendlich wirkenden Tsuyoshi Maki. Als einziger hat er es überstanden, die Erinnerungen eines bestimmten Mörders zu sehen, während seine früheren Kollegen alle dadurch wahnsinnig geworden oder gestorben sind. Ikkou Aoki kommt neu in diese Abteilung. Anfangs wird er von Maki für zu naiv gehalten, doch er scheint seinem ehemaligen besten Freund und Kollegen sehr zu ähneln.

Der technische Hintergrund der Serie (soweit er einem geboten wird) ist zwar nicht gerade plausibel, aber es ist ein spannendes Gedankenexperiment, das stark an den Film The Final Cut erinnert. Es werden dem Leser interessante Fälle geboten, die auch die Grenzen der MRI-Methode aufzeigen. So wird in den Erinnerungen nur ein sehr subjektiver Teil der Wahrheit sichtbar, denn diese wird durch die Vorstellungen oder Halluzinationen der Untersuchten verfälscht. Die Autorin schiebt gelegentlich Erläuterungen zu aktuellen Forschungen oder ähnlichem ein, die das Gehirn betreffen. Neben dem technischen Aspekt und der Lösung der Fälle werden auch psychologische und ethische Probleme beleuchtet.

Insgesamt ist die Story sehr gut durchdacht und lässt einen gespannt sein auf die Fortsetzung. Die Charaktere haben Tiefe und trotz wunderschöner Zeichnungen kommen auch grausame Szenen vor. Nicht ohne Grund war dieser Manga für den Osamu-Tezuka-Kulturpreis und zum Japan Media Arts Festival nominiert.